Biographie
Geboren     23.11.30 in Lebach / Saarland
1949 - 1954 Studium der Malerei, 
                  Schüler von Prof. Dr. Boris Kleint und Prof. Frans Masereel, 
                  Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Schmoll gen. Eisenwerth, 
                  Kunstschule SAARBRÜCKEN, Abschlussprüfung, 
                  Diplom der Schule. 
1954 - 1955 Stipendiat ander Academie de la Grande- Chaumiere, PARIS 
1955 - 1956 Stipendiat an der Ecole National Superieur des Beaux-Arts,PARIS 
1957 - 1962 Stipendiat an der Hochschule der Bildenden Künste, Berlin, 
                  Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Will Grohmann, Abschluss,    
                  Meisterschüler der Hochschule. 
                  Aus dieser Zeit, Malerfreundschaften mit Georg Baselitz, 
                  Eugen Schönebeck, Matth. Koeppel, Arwed Gorella, 
                  Studienreisen der Kunst und Archäologie in den 
                  bedeutendsten Länder Europas, Kleinasien, des vorderen    
                  Orients und Afrika. 
                  Studium der "Byzantinischen Kunst, Berg Athos" 
                  Ausstellungen im In- und Ausland 
1963 - 1989 ausschließlich als Bildhauer tätig. Wettbewerbs-Aufträge,    
                  Ausführungen von Großplastiken in Bronze Steingüssen und in 
                  anderen Materialien."Kunst im öffentlichen Raum". 
                  Bedeutendes Werk im öffentlichen Raum: Monument auf dem 
                  Schaumberg in Tholey (Saarland), Ausführung: Bronze und 
                  Marmor. Dt.-Frz Begegnungsstätte "Mahnmal zum Frieden mit 
                  allen Völkern". 
1977           Teilnahme an einem internationalen Bildhauer-Symposion in 
                  Homburg. Publikationen von Großplastiken im öffentlichen 
                  Raum durch das Institut für künstl. Gestaltungen im öffentlichen
                  Raum des Saarlandes 1969- 1989 Kunstpädagogische Tätigkeit. 
1987- 1988  erstes "Zelltektonistisches Manifest" 
2004           zweites "Zelltektonistisches Manifest" 

DIE BEDEUTENDSTEN HAUPTWERKE VON GROSSPLASTIKEN
      a) großes Ensemble von Bronzereliefs und eines Altarblocks "erstellt 
          1976" auf dem Schaumberg in Tholey, höchste Erhebung im Saarland. 
          DEUTSCH- FRANZÖSISCHE BEGEGNUNGSSTÄTTE; "Mahnmal des 
          Friedens" zurückführend auf die Initiative des französischen 
          Staatspräsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzlers Dr. Konrad 
         Adenauer
         Weit ausgreifendes Relief, (dreiviertel Skulptur) Bronze, 4,00m x 4,00m. 
         Thema: Figurengeflecht, stark verfremdete, entmenschlichte Körper,
         Hinweis auf das diabolische aller Kriege, Verstrickungen und 
         Auswealosiakeiten kriegerischer Auseinandersetzunaen.
 
      b) Altarblock, grüner Granit, optische Zweiteilung durch die in der Mitte 
          vertikal verlaufende Einkerbung. Formprägung durch konkav-konvex 
          verlaufende Bewegungen. Der ganze Block wird umfasst von einem 
          horizontal verlaufendem Bronzeband, Symbol des Zusammenwachsen 
          beider Völker, mit der Aufschrift "CHERCHE  LA PAIX" - "SUCHE DEN 
          FRIEDEN"
      c) Bronze-Relief-Schranken, Darstellungen: abstrahierter Köpfe,
          mächtigen Armen und Händen, von beiden Seiten aufeinander zueilend. 
          Symbol des Zueinanderfindens der Völker in Frieden. 
          Dimension: 5,00m x 1,70m
      d) Künstlerische Fassadengestaltung der Volksbank Schmelz,
          Ausführung: Beton, Größe: 25m x 3,50m erstellt: 1980 
      e) Bronze-Brunnenskulotur an einer Hauptstraße in Tholey.
Die Zelle ist das organisierte Grundprinzip, das Modul, das Mutterelement, die evolutionäre Kraft.
Im  Zeitalter einer überaus  hochtechnisierten Welt mit  ihren revolutionären wissenschaftlichen Erkenntnissen, ihrem Eindringen  in den weiten  Raum  des  Kosmos bis  hin in die kleinsten  geheimen Kammern der Natur ,  werden  den Menschen unserer  Tage  über den Weg  modernster Medien spektakuläre Einsichten in diese Bereiche ermöglicht.  So werden  durch  neues Sehen  Freiräume in unserem Bewußtsein geschaffen. Wissenschaft, Forschung  und  Technik sind die Domäne unserer Zeit.  Wenn die Kunst einerseits als Interpretation des Zeitgeistes und seiner Erscheinungs-formen, andererseits als visuelle Erfahrung verstanden werden will , müssen sich diese Einflüsse in der Kunst nieder-schlagen,  wie z. B.  der  Einfluß  der  Erkenntnistheorie  Kopernikus'  in der ersten Hälfte des 16. Jh. auf die Barock-malerei belegt.
Mein Ziel ist es , die Natur  in ihrer  Grundstruktur zu erfassen, im Zellenbereich , in  ihrer dynamischen Entfaltungs-kraft, in ihrem vehementen  Aufbrechen.  Die Zelle ist  Träger meiner Bildintentionen. Lineare, flächige und räumliche Energien  werden  im  Bild  freigesetzt.  Die  Bewegung ,  die  allem  Werden  zugrunde  liegt, wird für mich zu einem wesentlichen  Gestaltungselement.  Der äußerlich wahrnehmbaren Wirklichkeit füge ich ein  Mehr an  Wahrheitsgehalt hinzu ,  indem ich das System  benenne , das all dem  Grundlage ist , was die Natur hervorbringt. Geheimer Fleiß der Sinne  und  des  Geistes ,  die  ununterbrochene  Tätigkeit  unserer Optik befähigt uns , immer wieder neue Bildwahr- heiten zu entdecken.
Alles  was ist ,  unterliegt  dem  Diktat  der Folge.  Überall  Akkumulationsprozesse:  Kleines  fügt  sich  zu Größerem , Großes hin zum großen Ganzen , Unüberschaubaren.  Dieses wird zum Grundprinzip meiner Wahrnehmung. Himmel und Erde ,  Mensch , Tier ,  Pflanze und zum größten Teil die dingliche Welt ,  die  vorgefundene  sowie die gemachte Wirklichkeit  unterliegen  diesem  Prinzip ,  diesem  Gesetz  des  sich Aneinanderreihens ,  des sich Ausbreitens ,  um letztlich in der Geschlossenheit einer Form zu enden.  Jede Betrachtung bringt Erfahrungsmaterial mit sich ,  das auf diese  Grunderfahrung  verweist.  Selbst  unser  Auge  bringt  Teil  für  Teil  in eine Lesbarkeit , um letztlich durch die Addition   der   Einzelbetrachtungen   uns   eine   Vorstellung  vom  Ganzen  zu  geben.  Immer  Evolutionsprozesse , Organisationen  von  Einzelelementen,  die  sich zu Formationsketten bilden ,  zu Flächen ,  zu Körpern ,  zu Räumen heranwachsen , Blatt neben Blatt ergibt eine Pflanze,  erwächst zum Strauch , zum Baum. Baum neben Baum wird zur Allee, endet letztlich in dem Begriff "Wald".
In der Darstellung von Zellensystemen,  in Fraktalen ,  in  Systemen einer linearen oder nichtlinearen Dynamik ,  sehe ich  ein  großes  Potential  für  die  zeitgenössische Kunst. Das Prinzip der Selbstorganisation von Zellen zum Zellen-geflecht ,  der  Prozess von der Stabilität zur Instabilität innerhalb der Zellarchitektur ,  reguläre Bereiche die sich zu irregulären Netzwerken verstricken , all dies führt zwangsläufig zu einem Exkurs in ein  kosmisches Abenteuer. Regel-mäßigkeiten ,  abrupte  Änderungen  und  Brüche  sind  vorrangige Merkmale des Lebens.  Das Leben beruht auf dem Prinzip , dass die evolutionäre Aktivität Welten innerhalb von Welten schafft. Sie alle strahlen mit ihren Bewegungen , Änderungen und Rückkopplungen von der kleinen in die großen Dimensionen und wieder zurück..
Richard Hoffmann
"Kunst besitzt oder spiegelt insofern Kosmisches, als in ihr das Einzelne vom Leben des Ganzen durchpulst wird und das Ganze im Leben des Einzelnen ist ."
( Umberto Eco )